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Microgreens

Seit vielen Jahrzehnten währt die gute alte Kresse ein Nischendasein. Hier und da mal als Garnitur verwendet verwendet, konnte sie sich nie flächendeckend durchsetzen. Jetzt bekommen die Sprossen Konkurrenz – die Microgreens sind da! Größer und stärker als die Keimlinge, aber das Prinzip bleibt das gleiche: sozusagen unreif geerntetes Gemüse und Kräuter.

Was sind Microgreens?

Aber was sind Microgreens eigentlich? Wie oben bereits erwähnt, handelt es sich dabei grundsätzlich um Sprossen verschiedenster Gemüsesorten und Kräuter. Wobei junges Gemüse vielleicht die treffendere Bezeichnung wäre, denn manche Sorten dürfen sogar einige Wochen wachsen, bis sie geerntet werden. Besonders beliebt sind Brokkoli, Senfsaaten, Rucola, Koriander usw. Die Mehrzahl der Gemüsesorten können als Microgreen geerntet werden. Nur um Nachtschattengewächse wie Tomaten oder Auberginen sollte man lieber einen Bogen machen – diese sind nämlich jung geerntet äußerst unverträglich.

Verwendung von Microgreens

In jüngster Zeit sehnen sich viele nach einem gesunden, ausgewogenen Lebensstil. Das ist Teil des aktuellen Trends zur Selbstoptimierung und spiegelt sich auch in der Ernährung wieder. Bioläden und regionale Lebensmittel haben Konjunktur. Da wundert es nicht, dass die vitamin- und antioxidantienreichen Microgreens gut ankommen.

Microgreens in einer Tomatensuppe
Microgreens als Suppengarnitur

Wir finden das kleine Blattgemüse zunehmend in auch Supermarktregalen, aber angefangen hat der Trend in den Spitzenrestaurants Kaliforniens. Schon in den 80ern des vergangenen Jahrhunderts haben die Chefs in Amerika angefangen, die bis zu 15 cm langen Microgreens in ihr Menü zu integrieren. Heutzutage ist der Trend, das junge Gemüse zu verwenden längst über den Atlantik geschwappt. Als als schmackhafte Garnitur zieren Microgreens zahlreiche Speisen. Auch Salate und Smoothies mit dem Gemüse sind beliebt.

Vorteile von Microgreens

Nährstoffgehalt

Über die verschiedenen Sorten hinweg haben Microgreens eine deutlich höhere Nährstoffkonzentration. Im Schnitt sind die Vitamingehalte der jung geernteten Gemüse fünfmal höher als bei den ausgewachsenen Varianten. Wir haben von vielen beliebten Microgreens Angaben zu Nährstoffgehalten und Erntezeiten gefunden.

Zuhause anpflanzbar

Wer Microgreens selbst anbauen benötigt nicht viel Ausstattung. Zuhause kann man allerlei Kunststoffbehälter „upcyclen“, etwa die Salatschalen aus dem Supermarkt. Die haben praktischerweise schon Abflusslöcher integriert und müssen nur noch mit einem Substrat sowie Samen ausgestattet werden. Als Substrate kommen neben Erde verschiedene hydroponische Substrate in Frage.

Dagegen ist Licht nicht für alle Microgreens nötig, manche können im Dunkeln bis zu Ernte wachsen. Dennochh wirkt sich photosyntetische Aktivität in den Pflanzen meist positiv auf den Geschmack aus und viele sekundäre Pflanzenstoffe können erst durch künstliche Beleuchtung effektiv produziert werden. Dazu empfehlen wir unseren Beitrag über Lichtspektren.

Wir werden uns in Zukunft noch mit verschiedenen Möglichkeiten Microgreens anzubauen beschäftigen und einen kleinen Guide dazu veröffentlichen.

Kurze Wachstumszeit

Üblicherwiese brauchen Microgreens nur zwei bis vier Wochen von der Keimung bis zur Ernte. Das spielt den meisten Heimgärtnern in die Hände, die nicht eine ganze Saison auf die Früchte ihrer Arbeit warten möchten. Man erzielt also sehr schnell erste Erfolgserlebnisse. Wir haben hier einige beliebte Sorten und deren Eckdaten gesammelt. Eine (fast komplette) Übersicht bietet dieser englische Blogbeitrag auf Microveggy.com.

Beliebte Microgreens

  • Rucola: Ernte 7-10 Tage nach Keimung, scharfer nussiger Geschmack, viel Vitamin C, Beta Carontin, Phenole, Kalium, Calcium
  • Basilikum: Ernte 10-13 Tage nach Keimung, leicht süßlicher-scharfer Geschmack, reich an Vitamin A, C und K sowie Mineralien
  • Rettich: Ernte 8-10 Tage nach Keimung, pfeffriger Geschmack, reich an Vitamin A, C, K und E, Beta Carontin, Lutein, …
  • Karotte: Ernte 8-14 Tage nach Keimung, mild-erdiger, Gemüsegeschmack
  • Sellerie: Ernte 13-16 Tage nach Keimung, Selleriegeschmack bereits leicht vorhanden, sehr einzigartiger Geschmack
  • Schnittlauch: Ernte 14-24 Tage nach Keimung, knoblauchartiger, mild-scharfer Geschmack, Vitamine A, B, C, E und viele Mineralien
  • Brokkoli: Ernte 7-10 Tage nach Keimung, mild, leicht bitter, starke Textur, reich an Vitamin A, C, K und Proteinen
  • Senf: Ernte 7-10 Tage nach Keimung, süßlich-scharfer Geschmack, viel Vitamin E, C und C sowie zahlreiche Carontene und weitere Bestandteile
  • Petersilie: Ernte 18-30 Tage nach Keimung, milder Petersil-Geschmack, erfrischend
  • Fenchel: Ernte 10-14 Tage nach Keimung, mild-liköriger Geschmack, süßlich
  • Koriander: Ernte 14-18 Tage nach Keimung, starker Zitrusgeschmack, sellerie-artig, Vitamine A, C, K, Kalzium, Eisen uvm.
  • Minze: Ernte 10-14 Tage nach Keimung, süßlich-scharfer Minzgeschmack
  • Dill: Ernte 12-15 Tage nach Keimung, typischer Dillgeschmack, mild, Vitamine A, B, C, E und K, Proteine und viele Mineralien
  • Spinat: Ernte 10-14 Tage nach Keimung, milder Spinatgeschmack
  • Rübe: Ernte 8-12 Tage nach Keimung, erdig-süßer Geschmack, Vitamin C, E und K, Beta-Carotene, Lutein
  • Mizuna: Ernte 8-14 Tage nach Keimung, pikanter, pfeffriger Geschmack
  • Tatsoi: Ernte 8-12 Tage nach Keimung, milder senfartiger Geschmack, enthält Vitamine A, B, C und E, sowie Kalium und Magnesium
  • Amaranth: Ernte 8-10 Tage nach Keimung, erdiger Geschmack, viel Vitamin K und C
  • Mangold: Ernte 8-10 Tage nach Keimung, erdig-süßer Geschmack
    uvm.

 

Pflanzenbeleuchtung zur Qualtätssteigerung

Microgreens sollen vor allem den Geschmack von anderen Speisen verbessern und dabei wichtige Vitamine liefern. Die beliebten Sorten zeichnen sich in Duft und Geschmack durch ihre an sekundären Pflanzenstoffen aus – etwa Rosmarinsäure, die eine scharfe Geschmacksnote erzeugt. Um die sekundären Pflanzenstoffe in den erwünschten Niveaus zu erhalten, können bestimmte Lichtspektren gezielt eingesetzt werden, um deren Produktion anzuregen. Bei der Rosmarinsäure ist dafür etwa kurzwelliges, blaues Licht hilfreich. Mit LEDs können diese Wellenlängen gezielt angewendet werden, um Aromen zu verstärken oder gar zu verändern. Dabei muss man aber vorsichtig sein, dass die Lichtbehandlung auch den gewünschten Effekt zeigt. Zum Beispiel Maissprossen schmecken in Dunkelheit gezüchtet süßlich, unter Lichteinwirkung kann sich ein eher bitterer Geschmack entwickeln.

Rote Microgreens
Microgreens unter Kunstlicht

Wer die Kontrolle über den Geschmack gewinnen möchte, sollte also auf Pflanzenbeleuchtung mit einstellbaren Lichtspektren setzen.

Einen weiteren Vorteil hat nahe Infrarotstrahlung. Sie konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen die Keimrate bei einigen Sorten deutlich erhöhen. Pflanzenbeleuchtung mit Infrarotanteil kann also helfen, einen dichten Microgreen-Dschungel aufs Pflanztablett zu zaubern.

Für die flexiblen Anforderungen, die der Anbau von Microgreens und Kräutern an Gärtner stellt, entwickelt CRESCIENCE LED-Pflanzenlampen mit einstellbarem Lichtspektrum.


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